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07/2009

Spitzenpreis für Nachwuchswissenschaftler

Dr. Daniele Oriti erhält Sofja Kovalevskaja-Preis in Höhe von 1,41 Mio €

Die Alexander von Humboldt-Stiftung zeichnet Dr. Daniele Oriti mit einem Sofja Kovalevskaja-Preis aus. Mit dem Preis geld in Höhe von knapp 1,41 Millionen Euro wird Oriti ab De zember 2008 am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut, AEI) eine Forschungsgruppe auf bauen und daran forschen, neue Einsichten in die Frühzeit des Universums zu gewinnen.

Die allgemeine Relativitätstheorie und die Quantentheo rie sind Säulen der modernen Physik. Die eine erklärt die Bewegung der Planeten im Sonnensystem und die Ent wicklung des Universums, die andere das Verhalten der Materie im mikroskopischen Bereich. Was den Physikern Kopfzerbrechen bereitet ist, dass die beiden Theorien nicht zusammen passen. Um das Innenleben Schwarzer Löcher oder den Beginn des Universums zu beschreiben, müssen aber sowohl Einsteins geometrisches Modell der Gravitation als auch die Quantengesetze angewandt werden. Seit Jahrzehnten suchen Forscher deshalb nach einer Theorie der Quantengravitation, die beide Ansätze in Einklang bringt. Einen Forschungsansatz hierfür liefert die Schleifen-Quantengravitation, die möglicherweise an die Stelle des Urknalls tritt und ein Universum beschrei ben könnte, das zunächst kollabiert und dann wieder ex pandiert. Daniele Oriti erforscht diese Theorie, indem er Methoden der Einsteinschen Feldtheorie auf so genannte Spinschaum-Modelle anwendet. Seine Arbeit auf diesem Gebiet könnte die Theorie der Quantengravitation ein Stück weiter bringen und damit Antworten auf grund legende Fragen nach dem Ursprung unseres Universums geben.

„Ich bin begeistert von der Aussicht, am AEI zu forschen. Von früheren Besuchen am Institut weiß ich, dass das AEI ein fantastisches Umfeld für Quantengravitation und Gravitati onsphysik im Allgemeinen bietet“, kommentiert Oriti seine Auszeichnung.

Daniele Oriti wird am Albert-Einstein-Institut insbesondere mit der Abteilung „Quantengravitation und Verein heitlichte Theorien“ von Prof. Dr. Hermann Nicolai und der Arbeitsgruppe „Schleifen-Quantengravitation“ von Prof. Dr. Thomas Thiemann zusammenarbeiten. Mit Daniele Oriti kommt – nach Yanbei Chen im Jahr 2004 – bereits der zweite Kovalevskaja-Preisträger an das AEI.